Ein Foto und zwei Geschichten

Ein Foto das zwei Fotografien beinhaltet, die aus zwei verschiedenen Zeiten stammen, lässt die Vergangenheit wieder aufleben und zum anderen zeigt es die Gegenwart in einem anderen Licht. Genau diesen Rückspiegel aus einer gegenwärtigen Ansicht in der eine vergangene Ansicht integriert wurde, hat Sergey Larenkov in seinen Fotomontagen geschaffen. Dabei nimmt er nicht eine beliebige Vergangenheit – er hat sich für die Zeit um den zweiten Weltkrieg entschieden. Die Aufnahmen die er verwendet, stammen aus Deutschland, Österreich, Russland und anderen Ländern. Sie zeigen mal bekannte  und berühmte Gebäude, mal sind es nur Stadt- oder Fluransichten.

Mit der Integration von alten Bildausschnitten in aktuelle Aufnahmen und der Substitution aktueller Teile der Ansichten durch damalige Bildteile, erschafft er diese besonderen Werke. Die Herausforderung in seiner Aufgabe liegt in der Perspektive der Bilder, denn genau wie die Bilder damals, sollten die Bilder von heute geschossen werden, damit es möglichst gut aussieht; und die Linien und Proportionen passen.

Hier zwei meiner Lieblingsbilder, welche mich zunächst in Erstaunen versetzten, aber auch meine Gedanken in Richtung Vergangenheit lenkten.

Zunächst der Reichstag in Berlin, wo heute Pasanten vorbeilaufen und anstehen, war 1945 der Krieg für Nazi-Deutschland zu Ende und viele russische Soldaten verewigten sich in dem Bau. Noch heute kann man im inneren des Reichstags an bestimmten Wänden, die Verewigungen der Soldaten sehen. (Meistens schrieben sie, woher sie kamen, wie ihr Name war und das Datum des damaligen Tages, als sie sich verewigten.)

Das zweite Bild entstand auch in unmittelbarer Nähe des Reichstages. Auf diesem ist eine Geisterarmee zu sehen, die vor dem zerstörten Gebäude ihre Flagge trägt. Es sieht aus wie ein Aufmarsch, wie ein Macht- und Präsenzbeweis der sowjetischen Kräfte. Dahinter befindet sich der Reichstag, der mit deutschen Flaggen geschmückt ist und seine charakteristische Glaskuppel schon besitzt, als wäre nie etwas gewesen.

Wer mehr sehen möchte, kann die Homepage des Fotografen besuchen. Viel Spaß mit den Geistern der Vergangenheit.

2 Antworten zu “Ein Foto und zwei Geschichten

  1. payoli 8. August 2010 um 22:27

    Genial, die Fotos!
    Danke!!!

  2. Pingback: Berlin 1989-2010 – Kleiderwechsel einer Stadt | Thinking on …

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