Waffen für Willige

Die Reduzierung der Wehrpflicht war erst der Anfang. Denn unser Verteidigungsminister Guttenberg schlägt nun vor die Wehrpflicht auszusetzen und die Truppenstärke der Bundeswehr zu reduzieren – ein längst überfälliger Schritt.

Die Uniformen der Bundeswehr könnten, bald nur noch Freiwillige tragen, wenn Minister Guttenberg Erfolg hat. Im Sinne einer Gleichbehandlung sollte es sich beim Zivildienst genauso verhalten. Es ist aber auch denkbar, dass der Zivildienst die Wehrpflicht eventuell ersetzt. Vorschläge aus dem Familienministerium gehen, aber zur Zeit in eine andere Richtung.

Die Abschaffung des staatlichen Zwanges zum Zivil- oder Wehrdienst, wird die Freiheit von jungen Männern wiederherstellen und sie vom Zwang sechs Monate ihres Lebens unfreiwillig in einem unterbezahlten Job zu verbringen, entbinden. Zusätzlich würde damit die Gleichberechtigung von Männern und Frauen hergestellt, da beide nun frei über ihre Zeit entscheiden können und nicht staatlichem Druck unterliegen.
Durch die Möglichkeit freiwillig Mitglied der Bundeswehr zu werden, würde der positive Effekt verstärkt auftreten, dass viele intrinsisch motivierte Menschen Teil der Bundeswehr würden. Menschen die von innen motiviert sind, erledigen ihre Aufgaben besser, weil sie es wollen und Spaß daran haben. Der Teil der extrinsisch Motivierten würde sich im Gegenzug reduzieren und viele Mitglieder, die nur aus staatlichem Zwang Mitglied der Bundeswehr wären, würden wegfallen.

Mit seinem Vorschlag reagiert Guttenberg ebenfalls auf die veränderte Sicherheitslage in der Welt, denn der Feind besitzt keine große Armee mehr, sondern operiert im Geheimen mit wenigen Personen. Während vor 20 Jahren der Feind noch vor der eigenen Haustür stand, hat er heute nicht mal mehr eine Adresse. Jene Terroristen binden sich nicht an Länder, sie scheinen ständig in Bewegung zu sein und könnten überall in der Welt ihre Pläne schmieden. Wie sollte die Bundeswehr – ein großes stehendes Heer – diesen Menschen entgegen treten? Einen Kampf mit einer Frontlinie gibt es nicht mehr und die Terroristen haben nichts zu verteidigen, außer ihren aufgebbaren Unterschlüpfen. Unsere Bundeswehr wäre im Kampf langsam und teuer, denn ihre primäre Aufgabe wäre doch zunächst, dass Absuchen von Bergen nach Feinden. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Spezialkommandos, die innerhalb von wenigen Stunden an jeden Ort der Welt agieren könnten.
Geld sparen würde wir dann allemal, wenn die Horden der Zivis und Bundis wegfallen und somit ihre Löhne. Ebenso wäre es unsinnig viel schweres Gerät zu unterhalten, da Sonderkommandos nirgendwo einmarschieren würden oder könnten.

BRD ohne Zwangshelfer
Wie würde die BRD ohne Zivis und Wehrdienstleistende aussehen? Krankenhäuser, Vereine und gemeinnützige Einrichtungen würden den Wegfall von billigen Arbeitskräften bestimmt beklagen. Doch leider wird an dieser Stelle der Ball zurück an die Politik geworfen, da die Krankenhäuser mehr Geld benötigen würden, um weitere Angestellte zu beschäftigen. Fragt sich, ob Minister Rösler Guttenberg unterstützen würde?
Das Fehlen von Bundeswehrsoldaten und Zivildienstleistenden würden sich ebenfalls wirtschaftlich bemerkbar machen, da bestimmte Standorte geschlossen werden könnten, da ihnen schlichtweg die Kunden fehlen würden. Ganze Einrichtungen könnten geschlossen werden, wodurch deren Mitarbeiter arbeitslos würden.
Was wäre, wenn eine Krise ausbricht? Sind die übergebliebenen Soldaten in der Lage zu helfen, wenn zum Beispiel ein Hochwasser, wie im Jahr 2006 auftritt oder müsste die Polizei als Ersatz herangezogen werden, um dem Problem Herr zu werden?

Ein weiteres Argument ist die geistige Prägung/Erziehung die während der Zivi- oder Bundeswehrzeit stattfindet. Gegner von Guttenbergs Vorschlag behaupten, dass die Wertevermittlung wegfallen würde. Doch welche Werte werden einem Zivil- oder Wehrdienstleistenden vermittelt, wenn er monotone Arbeiten verrichten muss und sich selbst nur als billige Arbeitskraft versteht?

Die Abschaffung der Wehrpflicht und der Erschaffung einer freiwilligen Armee wäre in Deutschland ein mutiger Schritt, der endlich getan werden müsste. Für viele junge Menschen kann so die Ausbildung oder das Studium früher begingen und sie verbringen keine Zeit in Zwangsverhältnissen.
Die Bundeswehr könnte ihr Image renovieren und so ganz anders auftreten. Da bleibt bloß zu hoffen, dass die neue Armee nicht das freigewordene Geld erhält, sondern, dass es in wichtigere Bereiche (Bildung, Gesundheitswesen) umgeleitet wird.

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