Glutamat – Ein falscher Freund

Das Glutamat den Geschmack verdirbt ist hinlänglich bekannt. Doch eine weitere Eigenschaft dieses Stoffes ist viel besorgniserregender: Es macht uns gefräßig! Ein Plädoyer gegen das Glutamat.

In der Grundschule gab es noch vier Geschmacksrichtungen: Süß, Sauer, Salzig und Bitter. Mit den Jahren kam eine fünfte – in der westlichen Welt bisher unbekannte – Geschmacksrichtung hinzu. Sie trug den japanischen Namen: Umami, was soviel bedeutet wie lecker oder herzhaft. Vom Japaner Kikunae Ikeda wurde es erst 1908 entdeckt, obwohl es schon lange im asiatischen Raum Anwendung fand. Eine Alge diente ihm als Grundlage zur Extraktion dieses Stoffes.
Während der Erforschung des Umami-Geschmacks wurde herausgefunden, dass die Glutaminsäure diesen Geschmack verursacht und wenn heute die Rede von Glutamat ist, so sind die Salze dieser Aminosäure gemeint. Mit diesem Wissen und einer gewillten Lebensmittelindustrie konnten und können noch heute riesige Mengen Brei und Pampe in wohlschmeckende Fertiggerichte und Würzmittel verwandelt werden – zum Leidwesen unseres Geschmacks und unseres Gehirns.

Essen ist Kopfsache
Das aufgenommene Glutamat gelangt in Molekülform in das Gehirn. Die Blut-Hirn-Schranke ist hier kein Hindernis. Der Hypothalamus als wichtige Schaltzentrale bildet einen Angriffspunkt des künstlich zugeführten Glutamats, denn er reguliert die Körperfunktionen unbewusst. Der Hypothalamus steuert den Herzschlag, die Verdauung, die Atmung, die Emotionen, die Motorik, das Gedächtnis und den Appetit. Weiterhin schüttet er viele Hormone aus, die Einfluss auf die Schilddrüse, das Sexualverhalten, die Stimmungslage, die Aufmerksamkeit und die Lernleistung haben.
Der Einfluss auf das Verhalten eines Individuums durch diesen daumennagelgroßen Teil des Gehirnes ist enorm. In der Appetit- und Hungergefühlsteuerung spielt er eine große Rolle. Er ist es, der ein Hungergefühl auslöst und er beendet es auch. Warum er dies tut, ist bis heute unklar und lässt Wissenschaftler diskutieren, welchen Einfluss der Füllstand des Magens, die Größe des Magen, das Blutzuckerlevel, das Blutlipidlevel oder die Hirnchemie haben.
Sobald der Hypothalamus – aus welchem Grund auch immer – Neurotransmitter aussendet, die ein Hungergefühl hervorrufen, kann er dies auch mit den geeigneten Neurotransmittern(Leptine) stoppen. Tritt nun der Fall ein, dass jemand Glutamathaltige Speisen zu sich nimmt, so wird der Hypothalamus mit Glutamatmolekülen überschwemmt. Diese Überschwemmung sorgt für viele Störimpulse, so dass der Hypothalamus die Informationen nicht mehr richtig verarbeiten kann und keine richtigen Entscheidungen mehr trifft. Aus diesem Grund werden keine Neurotransmitter ausgeschüttet, um die Nahrungsaufnahme zu stoppen und eine Person erliegt ihrer Gefräßigkeit, weil das Gehirn ausgeschaltet ist.

Die Menge macht’s
Bei diesen Fakten fällt es leicht, dass Glutamat zu verurteilen, aber dies wäre ein voreiliger und unüberlegter Schluss, denn das Glutamat kommt in vielen Lebensmitteln vor. In Eiern, Rindfleisch, Hühnerfleisch, Spinat, Kartoffeln, Tomaten, Sojasouce, in Muttermilch und einigen Käsen ist es enthalten. Der Körper braucht es, denn es ist ein Botenstoff im Gehirn, im Hypothalamus. Das Glutamat spielt eine wichtige Rolle bei der Schmerzübertragung, der Gewichtsregulierung, Appetitsteuerung, Fortpflanzung und hat somit Einfluss auf das Gefühlsleben eines Menschen, seine Körperreaktionen, seine Wahrnehmung und sein Gedächtnis.
Glutamat wird erst zum Gift durch die Überdosis und die kann schnell erreicht werden. Ein Rechenbeispiel: Eine Tütensuppe als Vorspeise kann 1.500 mg Glutamat enthalten. Als Hauptspeise eine Portion Fertignudeln kann schon mit 2.500 mg Glutamat zu Buche schlagen und so werden mit einer Mahlzeit 4.000 mg Glutamat aufgenommen. Solch eine Menge ist in 160 Eiern enthalten oder in 11,4 Kg Rindfleisch.
Der Körper kann sich durch das natürliche Vorkommen an Glutamat in Lebensmitteln nicht vergiften, denn eine Mahlzeit die aus 160 Eier oder 11,4 Kg Rindfleisch besteht, wird nicht lang im Körper bleiben, wenn sie den Weg überhaupt hineinfindet.
Die Auswirkungen einer Überdosis an Glutamat werden erst mit dem Dauerkonsum bemerkbar. So ist es vordergründig ein Mittel zum Fettfüttern. Das Glutamat wird auch als Teilursache von Krankheiten betrachtet, so kann es Mitschuld an Parkinson, Alzheimer, MS und anderen Krankheiten haben.

Ohne Glutamat kann der Mensch nicht leben. Er braucht es für seine Hirnchemie. Was er braucht ist das natürliche Glutamat, das in vielen Lebensmitteln vorkommt. Was er nicht braucht, ist künstliches Glutamat, dass schlechte Speisen aufwertet. Der Verbraucher muss also selbst in Aktion treten und entscheiden, ob er lieber einer Täuschung erliegt oder den ursprünglichen Geschmack einer Speise erleben möchte.


Quelle: Yahoo

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: