Berlin 1989-2010 – Kleiderwechsel einer Stadt

Als Berlin 1990 zur Hauptstadt des vereinigten Deutschlands bestimmt wurde, begann eine städtebauliche Entwicklung die bis heute anhält. Brachflächen verwandelten sich in neue Gebäude, Denkmäler, Parks und Straßen. Grund genug um an die damaligen Zustände mit einer interaktiven Grafik zu erinnern und um aktuelle Ergebnisse zu würdigen.

Ein Klick auf das Bild führt zur interaktiven Grafik.

Spiegelonline hat sich die Mühe gemacht und Luftaufnahmen aus dem Jahr 1989 mit Luftaufnahmen von heute zu einer Grafik zusammen gefügt. Per Schieberegler kann das Jahr der Aufnahme geändert werden. Aus dieser schönen Möglichkeit, erwächst die Option eine Perspektive zu zwei verschiedenen Zeiten zu sehen. Ein ähnliches Projekt hat auch Sergey Larenkov begonnen. Ihm dienten aktuelle Aufnahmen von Berlin (oder anderen Orten) als Ausgangspunkt, um in diesen Fotografien Aufnahmen aus den Kriegsjahren einzubauen. Der Artikel über ihn, findet sich hier: Ein Foto und zwei Geschichten

Am heutigen Berlin zeigt sich schnell, dass dieses einer großen Entwicklung unterworfen war und immer noch ist. So ist am Brandenburger Tor gut zu sehen, dass die Mauer Berlin in zwei Teile trennt, dass das Umland einfach ungenutzt brach lag und das Tor, welches zu einer verschlossenen Tür führte, einsam am Pariser Platz stand. Wird nun der Schieber nach links versetzt, so eröffnet sich ein neues Brandenburger Tor mit neugebauten Seitengebäuden, Straßen die es früher noch nicht gab (oder geben konnte) und einem zum Leben erweckten Umfeld. Auch das berühmte Adlon Kempinski Hotel fehlt 1989 noch, sowie die Akademie der Künste.

Der Gendarmenmarkt präsentiert sich 2010 in einem besseren Licht als 1989. Doch charakteristische Gebäude waren schon damals vorhanden. So fehlen auf der Aufnahme der Deutsche Dom, der Französische Dom, das Konzerthaus und das kennzeichnende Pflaster des Platzes nicht. Nur das Umfeld des Platzes wirkt noch etwas unsaniert, was 2010 jedoch nicht mehr erkennbar ist. Ebenfalls ist zu sehen, dass die rechte Seite der Karte sich kaum verändert hat und die Gebäude noch wie damals zu sein scheinen.

Großen Veränderungen hingegen unterlag das Regierungsviertel. Es fehlen 1989 das Holocaust Denkmal, das Paul-Löbe-Haus und auch das Jakob-Kaiser-Haus, sowie das Bundeskanzleramt. Ihre Bauflächen waren damals Busparkplätze, Parks, Straßen oder einfach brachliegend.

Die Vergangenheit und Zukunft in eine Beziehung zu setzen, sollte die Aufgabe von jedem Besucher Berlins sein, denn das Aussehen der Stadt ist nicht einfach so entstanden, sondern an einen historischen Prozess gebunden der die Stadt formte. Berlin erinnert deswegen gern seine Gäste an seine historische Dimension durch z.B. Reste der Mauer oder auch das Holocaust Denkmal.
Diese Grafik soll dem Verstehen und auch dem Entdecken dienen, denn innerhalb weniger Sekunden kann sich eine Perspektive um 20 Jahre entwickeln und es wird deutlich, dass viele Steine bewegt wurden.

Hier geht es zur interaktiven Grafik: Spiegelonline

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