Verdrängte Erinnerungen als begriffliches Problem aufgelöst?

Amerikanische Forscher wollen das Konzept der verdrängten Erinnerung widerlegt haben. Es scheint sich hierbei nur um ein begriffliches Problem zu handeln, dass unter falschen Prämissen entstanden ist.

Die Idee das traumatische Erlebnisse in der Kindheit vom Kind unterdrückt wurden, geht auf Sigmund Freud zurück. Die Möglichkeit und die Vorstellung das Vergessen zu wollen, also Erinnerungen zu verdrängen, stellt einen zentralen Punkt in seiner Psychoanalyse dar. Professor Grant Devilly glaubt nun Freuds These widerlegt zu haben, durch die Annahme das unser Erinnerungsvermögen genau anders herum arbeitet, als Freud es animmt: Erinnerungen können vergessen werden, aber eine Verdrängung ist nicht möglich, da keine Person das Vergessen wollen kann, um dann wirklich eine Erfahrung zu vergessen.

Oft passiert es, dass eine Person eine vermeintlich verdrängte Erinnerung erst im erwachsenen Alter neuerlebt und neuverarbeitet. Während Freud davon ausgeht, dass die Erinnerung die ganze Zeit im Unterbewusstsein der Person schlummerte – von deren Existenz die Person nichts wusste – geht Devilly vom umgekehrten Fall aus: Die Erinnerung wurde vom Kind wie eine normale Erinnerung behandelt. So mag die Person während ihrer Kindheit missbraucht wurden sein, aber um diese Taten als Missbrauch zu klassifizieren, musste jenes Kind erst erwachsen werden. Denn mit dem Erlangen einer bestimmten Reife erhielt es auch die Kenntnisse und Fähigkeiten um jene Tat der Kindertage – wie ein Erwachsener – zu beurteilen. Erst so konnte es feststellen, dass es missbraucht wurde. Trotz dieser späten Neubewertung war diese Erinnerung nie verdrängt. Das Kind hatte sie – in den Augen eines Erwachsenen – einfach falsch bewertet und dann abgetan.

Durch eine psychologische Behandlung muss nun eine Person die Erfahrungen der Kindheit neu durchleben und neubewerten. Die Anfälligkeit für eine postraumatische Belastungsstörung (PTSD) steigt dabei an, denn während des Durchleidens werden Stresshormone ausgeschüttet, die jene Erinnerungen festigen und so der Erinnerung einen starken, als auch zwanghaften Charakter verleihen.

Glücklicher Weise gibt es Methoden wie die kogntive Verhaltenstherapie; um Personen, die einen Missbrauch in der Kindheit erlitten haben, zu helfen. Soldaten die nach Hause zurückkehren, Opfern von Gewalt und sexuellem Missbrauch kann so ebenfalls geholfen werden. Devilly erklärt, dass die Personen jene Erinnerungen der Vergangenheit zu ordnen und diese nicht in der Gegenwart durchleben. So einfach wie dieser Prozess klingt, so schwierig ist er auch.

Auf keinen Fall soll hier der Missbrauch von Kindern als Tat abgeschwächt oder schwach geredet werden,denn trotz der Unwissenheit der Kinder, bleiben sie genau aus diesem Grund schutzbedürftig. Wer das ausnutzt, sollte nichts mit Kindern zu tun haben.

Quelle: abc.net

Eine Antwort zu “Verdrängte Erinnerungen als begriffliches Problem aufgelöst?

  1. Comment 16. Oktober 2010 um 12:20

    Tiefenpsychologen sind auch Wissenschaftler und haben Gefühle^^

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