Renégion: 2. Tag – Todsünden sind wichtig

Das ist mit den Todsünden ist schon eine seltsame Sache. Uns war es seltsamer weise sehr wichtig sie schnell aufzustellen – doch da gab es nur ein Problem: Welche Todsünden sollten wir auswählen? Es ging somit um die Frage, welche Handlungen unter Strafe gestellt werden sollten und welche verboten werden sollten. Ein anderes Ziel haben Todsünden nicht. Der Begriff ist zwar ein sehr starker Begriff, aber durch ihn wird der Kern der Sache getroffen: Ein Vermeidungsverhalten soll hervorgerufen werden. Was sollten die Menschen also meiden?

Hier unsere Liste:

1. Dummheit
2. Naturverleugnung
3. Undankbarkeit
4. Missbrauch
5. Gelegenheitsverschwendung
6. Prahlerei

Anmerkungen

Die Anzahl der Todsünden wankte stark. Mal waren es nur fünf, dann waren es wieder acht Todsünden. In dieser letzten Version sind es sechs Todsünden. Einer Erläuterung bedürfen Sie trotzdem noch.
Ebenfalls will gesagt sein, dass diese Todsünden Vermeidungsempfehlungen darstellen. Dem Renégianten liegt es fern einem Individuum diese Regeln aufzuzwingen. Aus diesem Grund lautet die Botschaft: Wenn du dich an die Regeln hältst, kannst du glücklich werden. Ein Versprechen auf Erfolg kann dir auch nicht gegeben werden. Einen Königsweg haben wir nicht entdeckt, denn dein Schicksal liegt in deinen Händen und nicht in den Händen des Renégianten. Unser Konzept ist deswegen nur ein Vorschlag und in unseren Augen ist es das beste Konzept verglichen mit anderen Konzepten, um dem Glück im Leben näher zurücken – wollen wir das denn nicht alle?

1. Dummheit

Das Wort „Dummheit“ ist an sich recht schwammig. Doch wir machen Dummheit an zwei Kriterien fest. Zum einen wäre hier die Dummheit die aus Unwissenheit erwächst und zum anderen die Dummheit die sich auf Unvernünftigkeit begründet.
Das Missachten von guten Gründen erklären wir mit ruhigem Gewissen zu einer Sünde, denn durch dieses Verhalten werden irrationale Taten und blinder Glaube unnötig stark gemacht. In einem System der Gründe kann somit jeder Recht haben, wenn er seine Meinung gut begründen kann. Eine Begründung sollte auch eine gewisse Nachvollziehbarkeit beinhalten, so dass der Zuüberzeugende erfahren kann, wovon er überzeugt werden soll. Einfache dogmatische Lösungen lehnen wir hingegen ab, denn ohne Beweis sind sie nichts wert.
Dumm verhält sich der der sich eine Meinung bildet, ohne vorher genügend Wissen gesammelt zu haben. An diesem Punkt wollen wir uns in Selbstbescheidung üben und vor überstützten Schlüssen warnen, denn solange nicht genügend Faktoren berücksichtigt sind, ist eine Meinung nur wenig wert und kann schnell widerlegt werden. Sollte es trotzdem passieren, dass eine Meinung aus der Unwissenheit erwächst, so sollte das Individuum seinen Mut zusammen nehmen und die guten Gründe akzeptieren, das seine Meinung falsch war und somit nicht der zweiten Form der Dummheit anhängig werden.
Du fragst, ab welchem Punkt ein Individuum genügend Faktoren beachtet hat? Nun darüber können wir keine generelle Aussage tätigen, denn jeder Fall ist eine Einzelfallentscheidung. Es liegt somit nicht am Renégianten, sondern an dir, frage dich: „Weis ich genug um meine Meinung zu äußern und gegenüber anderen Meinungen zu verteidigen?“ Selbst diese Frage wirst du nicht eindeutig beantworten können, da deine Diskussionspartner Argumente vorbringen können, an die du noch nie gedacht hast. Aus diesem Grund stelle dich deinen Gesprächspartner und du wirst davon profitieren, da sie dir zeigen wie gut argumentiert werden kann. Sie zeigen dir wo Wissenslücken bestehen und wenn verschiedene Gedanken zusammen kommen, entstehen neue Ideen. Sei dafür bereit und flüchte nicht in die Ignoranz.

2. Naturverleugnung

Jeder Mensch wird mit einem bestimmten Geschlecht und einigen Talenten geboren. Ja, der Renégiant ist davon überzeugt, dass jeder etwas Besonderes kann. Mit dem Ausdruck „Naturverleugnung“ bezeichnen wir somit die Abweisung der angeborenen Eigenschaften eines Menschen und fordern die Menschen gleichzeitig dazu auf sich mit ihrem Körper, ihren Eigenschaften und Fähigkeiten abzufinden und anzufreunden. Diese Akzeptanz stellt keines Wegs eine Selbstaufgabe dar, sondern sie ermöglicht die Beschreitung neuer Wege. Wer weiß schon was er für verborgene Talente besitzt, wenn er es nicht ausprobiert? Gleichzeitig kann es einen Menschen unglücklich machen gegen seine Veranlagungen zu handeln, aus diesem Grund empfehlen wir eine Tätigkeit auszuüben die im moralisch-richtigen Rahmen liegt und die Freude bedeutet. Um zu erkennen was die Talente einer Person sind, reicht es meist aus, sich zu fragen, ob die Aufgabe Spaß macht. Macht sie Spaß, so kann von einer intrinsischen Motivation ausgegangen werden und diese ist die beste Motivation.

3. Undankbarkeit

Hinter dieser dritten Todsünde steht der einfache Gedanke, dass ein Individuum für eine ihm erbrachte Leistung eine entsprechende Gegenleistung bringen sollte. Diese Gegenleistung sollte nicht nur aus Worten bestehen, sondern eine Honoration der Leistung mit physischen Gegenständen oder einer Leistung vom Beschenkten darstellen. Physisch betrachtet, wird somit empfangene Energie wieder in Energie umgewandelt. Dies dient dem Gleichgewicht, da es so nicht kippen kann und die beiden Individuen sich mehr als einmal helfen können, da einer sich nicht ausgenutzt fühlt.

4. Maßlosigkeit

Es passiert jeden Tag und bestimmt auch grade in diesem Moment. Eine Person ist maßlos. Sie konsumiert zu viel oder konsumiert zu wenig. Diese Gleichgültigkeit gegenüber einem gesunden Mittelmaß wird vom Renégianten nicht akzeptiert, da dies einem Missbrauch gleichkommt der ungesund ist.
Doch wo liegt dieses Mittelmaß? Nun ein Maßband kann nicht angelegt werden. Es ist eher ein Zustand der erreicht wird, der einer Sättigung gleichkommt. Das Individuum hat aber keinen Hunger mehr oder kein Völlegefühl. Es ist genau dieser Zustand zwischen „zu wenig“ und „zu viel“, nennen wir ihn „genau richtig“. Sicherlich ist er nicht leicht zu erreichen, aber mit etwas Übung kann sich ein Individuum ihm annähern. Trotzdem kann es passiert, dass ein Individuum mal übertreibt – dies ist in unseren Augen akzeptabel, da es eine Erfahrung ist, die der Einpegelung dient.

5. Gelegenheitsverschwendung

Gelegenheiten bieten sich den Tatkräftigen. Diese Angebote müssen bloß wahrgenommen und angenommen werden, bevor ihre kurze Existenzzeit verstreicht. Daher plädieren wir für einen größeren Mut gegenüber neuen und interessanten Angeboten. Eben Gelegenheiten die selten auftreten, sollten am Schopf gepackt werden, bevor es zu spät ist. Zu beachten ist, dass sich diese Gelegenheiten meist nur einmal bieten und ein Versäumen nur zu Ärger führt.
Was ist nun zu tun? Nun, wenn sich eine Gelegenheit offenbart, sollte das Angebot nicht zerdacht und in seinen Details analysiert werden. Diese Zeit wird sich als verschwendet herausstellen, da andere sie nutzen werden um die Gelegenheit weg zuschnappen. Aus diesem Grund ist ein Zusagen empfohlen.

6. Prahlerei

Der Bericht über eine vergangene Tat. Über ihren Glanz und ihrer Wirkung stellt ein unnötiges Übel dar, denn die Handlung ist sich selbst meist genug und wenn es eine großartige Handlung war, wird diese sich wie von selbst herumsprechen. Ein Prahlen über die eigenen Taten ist daher unnötig. Denn Taten sprechen für sich und benötigen keiner verbalen Unterstreichung, wie schon Demokrit wusste: „Das Wort ist der Schatten der Tat.“.

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